Die Realität ist ein Fraktal
… und aus diesem Grund will ich hier mal drei Programme vorstellen die sich genau damit beschäftigen – ok, nicht wirklich mit der Realität ansich, sondern mit Fraktalen
Für derartige Software gibt es natürlich verschiedene Anwendungszwecke: Ihr könnt euch damit ein rießen Bild erstellen (da bei allen dreien die Auflösung frei wählbar ist), das Ganze dann plotten und euch ein rießen Gemälde an die Wand klatschen auf das ihr dann starren könnt wenn ihr mal wieder was geraucht habt oder ihr erstellt euch einfach einen Bildschirmhintergrund oder oder oder…
Was auch immer ihr damit machen wollt, ich stell euch der Reihe nach drei Vertreter dieser Software-Fraktion vor, fange mit dem am leichtesten zu bedienenden an und arbeite mich dann vor zu der Profi-Anwendung
Gehen tut es hier letztlich um folgende Software:
Jede dieser Anwendungen ist natürlich kostenlos und wer vorab sehen will was damit alles möglich ist, der sollte sich folgende Webseite ansehen.
Julia Shapes
Schon mal was von Unlocker gehört? Dessen Autor ist auch für Julia Shapes verantwortlich. Wenn ihr ein simples Fraktal mit einem einfarbigen Hintergrund wollt, das nicht all zu schwer zu erstellen ist, dann ist das die richtige Anwendung für euch. Es bieten sich euch folgende Möglichkeiten:
- Frei wählbarer einfarbiger Hintergrund
- Die Parameter die das Fraktal bilden lassen sich speichern / laden
- Größe des gerenderten Bildes lässt sich frei wählen
- Ihr könnt eine Textur eurer Wahl auf das Fraktal legen
- Die Grafik wird im TGA Format gespeichert
Leider kann man das Fraktal nicht mit der Maus drehen – man hat nur die Möglichkeit Slider hin und her zu schieben. Es gibt leider auch kein Tastenkürzel für das rendern. Sonst ist es ein sehr einfaches und überschaubares Programm das mit einem einzigen Fenster auskommt. Nämlich mit folgendem:
Chaoscope
Hier haben wir dann schon ein sehr beeindruckendes Progarmm mit dem man eine Menge anstellen kann. Wenn ihr ein neues Objekt erstellen wollt und dazu auf “New” geht, könnt ihr angeben welchem Typ das Objekt, das ihr erstellen wollt, angehören soll (soll es ein Julia Fraktal sein, eine chaotische Form, …). Es gibt insgesamt 13 verschiedene Typen. Zudem müsst ihr den Renderer angeben (Gas, Flüssigkeit, Plasma, Licht oder solider Körper). Hier empfiehlt es sich für eine schöne durchscheinende und farbenfrohe Darstellung den Renderer auf “Plasma” einzustellen. Dann noch schnell die Größe des Bildes wählen und los gehts. Folgendes ist möglich:
- “F3″ generiert euch eine neue Form des Typs den ihr zuvor ausgewählt habt
- “F4″ rendert das Bild
- Ihr könnt das Rendering jederzeit mit “ESC” abbrechen
- Mit der Maus könnt ihr die Punktwolke drehen und ausrichten
- Farben, Größe, Typ und Renderer lassen sich jederzeit ändern
- In der Statusleiste seht ihr wie lange der Vorgang noch benötigt
- Ihr könnt die Form jederzeit animieren und auch gleichzeitig bewegen
- Vordefinierte Formen befinden sich im Ordner “projects”
Es kann übrigens sein dass die Sprache beim ersten Start auf französisch eingestellt ist. Wenn dem so ist: Optionen –> General und dort auf englisch stellen. Noch ein kleiner Tip: Wenn ihr wissen wollt wie eine Form gerendert aussieht – um zu entscheiden ob es sich lohnt an ihr weiter rumzuarbeiten – dann einfach kurz F4 drücken und nach einer Sekunde wieder mit ESC abbrechen. Das reicht meistens um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Apophysis
Voran zum Meister der Fraktaldarstellung
Apophysis ist nicht so intuitiv zu bedienen wie Chaoscope bietet aber dafür die Möglichkeit eigene Skripte zu schreiben und damit ganz genau festzulegen wie die zu erstellende Form aussehen soll. Das Programm bietet alles was die beiden vorher genannten Anwendungen ebenfalls besitzen – bis auf die Möglichkeit die Form mit der Maus frei im Raum zu bewegen. Wo z.B. Chaoscope sehr schnell atemberaubende Bilder erstellen kann, braucht Apophysis wesentlich mehr Zeit und ein großes Bild mit hohem Detailgrad kann schon mal mehrere Stunden dauern um komplett fertig gerendert zu werden. Dafür bekommt man hier ganz genau was man will (wenn man weiß wie). Features hier:
- Es gibt ein Plugin System
- Ihr könnt selbst Skripte schreiben
- Viele vordefinierte Fraktale
- Beim Start werden Fraktale generiert aus denen ihr wählen könnt
- Transformation der Form leicht möglich
- Hintergrund der gerenderten Bilder ist immer transparent
- Verschiedene Mutationen einer vorhandenen Form möglich
- Unterstützt Multithreading
- Sehr viele Optionen
- usw.
Ladet euch am besten nicht die 2.02 Version herunter, sondern besucht die SourceForge Seite und holt euch die 2.09. Die hat noch einiges mehr zu bieten, kommt unter anderem auch ohne Installation aus und ich hatte bis jetzt keine größeren Probleme damit. Folgendes kann aber durchaus ab und zu passieren: Wenn ihr das Apophysis Fenster minimiert während ihr gerade ein Bild rendert und es danach wieder herstellt, kann es vorkommen dass der Dialog, der den Fortschritt anzeigt, nicht mehr sichtbar ist. Um ihn wieder im Vordergrund anzuzeigen, klickt ihr einfach nochmal auf das Zahnradsymbol (rendern) und auf die Frage hin ob ihr denn das Rendern neu starten wollt, antwortet ihr NEIN und schon ist der Dialog wieder da.
So sieht das Hauptfenster aus
Die Form transformieren kann man indem man die Dreiecke in Größe & Ausrichtung ändert
Einstellungen die man vor dem Rendern festlegen kann
Was sich alles mit Apophysis machen lässt wenn man’s beherrscht, kann man bei deviantART bestaunen, unter anderem hier, hier und hier und ein Tutorial gibt es dort genau so wie auch Skripte. Und noch ein allgemeiner Tip: Desto höher die Anzahl der Iterationen ist, desto besser ist am Ende die Qualität des Bildes – dauert aber natürlich auch länger.





